Upcycling mit Modelliermasse und Farbe

Ich habe Upcycling schon zu einer Zeit gemacht, als es das Wort noch gar nicht gab. Damals hieß das schlicht "Weiterverwendung". Dinge des täglichen Gebrauchs wurden umfunktioniert, sobald sie ihren Zweck nicht erfüllten. Die Dinge wurde ge-upcyclet...
Und schon damals habe ich mit Hilfe von selbstgemachter Modelliermasse, z.B. Salzteig unter Zuhilfenahme von Moulds, die damals noch Model hießen, vor allen Dingen Geschirr verschönert. Damals waren die Moulds aus Holz und sehr schwierig in der Anwendung. Heute gibt es Formen aus Silikon, die wunderbar einfach in der Anwendung und supereinfach zu reinigen sind.

Anhand von zwei Glasgefäßen möchte ich euch heute zeigen, wie ihre schöne Dekogegenstände gestalten könnt. Im Prinzip sollten Rohstoffe, wie z.B. Glas oder Aluminium nicht geupcycelt werden. Sie gehören in den Kreislauf der Wertstoffe und sind sowieso wiederverwendbar. Allerdings gibt es Ausnahmen. Dazu gehören für mich immer diejenigen Gefäße, die eine besonders schöne Form haben und die ich deshalb lieber neu gestalte. Zudem ist auch nicht jedes Glasgefäß für recycling geeignet. Aber das ist ein anderes Thema. Jetzt zeig ich euch mal, wie ich seit vielen Jahren beim Upcycling von Gläsern, Tassen und auch Tellern vorgehe.

Diese beiden Glasgefäße finde ich zu schade, um sie wegzuwerfen. Aber auch zu fade, um sie nackt zu verwenden
Diese beiden Glasgefäße finde ich zu schade, um sie wegzuwerfen. Aber auch zu fade, um sie nackt zu verwenden

 

 

Auf dem Bild siehst du die ausgewählten Gefäße. Das kleine beinhaltete Tintenpatronen. Das große war mit einer Duftkerze gefüllt. Ich reinige die beiden Gefäße erstmal gründlich. Bei den großen Glas klebt der Aufkleber sehr hartnäckig am Boden. Aber er wird am Ende  nicht mehr stören.

Zusätzlich benötigst du

eine Serviette

Serviettenkleber

Farbe

Modelliermasse

Silikon Moulds nach Wunsch

evtl Möbelwachs oder Effektfarbe

Zunächst beklebe ich das Gefäß mit einer Serviette
Zunächst beklebe ich das Gefäß mit einer Serviette

Da Glas und auch Porzellen sehr glatt sind, beklebe ich das Werkstück zuerst mit einer dünnen Schicht Serviette.
Bei diesem Schritt ist es aber auch schon möglich, viel Struktur zu schaffen, die später dann einen sehr dekorativen Effekt hat.
Wenn das gewünscht ist, klebst du die Serviette nicht so glatt, sondern eher ein wenig schlampig auf, so dass Falten und Krater entstehen. Du kannst auch zwei Schichten Servietten übereinander kleben. Am besten geht das, wenn man die Serviette vor dem Aufkleben in Stücke reisst. Du kannst aber auch einfach mal Papierschnipsel probieren oder auch an dieser Stelle einfach mutig und kreativ sein.

Ich habe mich für eine zart rosafarbene Serviette entschieden, da das Glas am Ende dann natürlich von innen rosa sein wird. Außen ist die Farbe am Ende nicht mehr sichtbar. Lass deine Kreativität entscheiden und nutze die Serviette, die dir am besten zusagt. Je nach Farbe der Serviette wird das das Endergebnis beeinflussen.

Wenn du häufiger Upcycling auf diese Art und Weise betreibst, wirst du aber schnell herausfinden, wie die Farbwahl zum gewünschten Ergebnis führt.

 

Das so präparierte Werkstück muss noch gut durchtrocken.

Wenn der Serviettenkleber gut getrockenet ist, kannst du schöne Formen aufkleben.
In dem Fall habe ich lufttrocknende Modelliermasse benutzt, die ich in einer Silikon zu diesen schönen Motiven geformt habe.
Es gibt Silikonformen in vielen Größen und mit unendlich vielen Motiven.

Modelliermasse kannst du selbst machen oder auch fertig kaufen. Es gibt lufttrocknende Modelliermasse, die kaum schrumpft und sehr gute Ergebnisse hinterlässt. Modelliermasse die man backen muss, ist ebenso geeignet.
Es sind nicht zwangsweise Silikonformen nötig. Du kannst genauso gut Motive oder Muster für dein Projekt mit der Hand formen. Ich bevorzuge die in Mould (Silikonformen) geformenten Motive nur in diesem Fall, weil das Endergebnis zum Shabby Chic passen soll. In anderen Fällen nutze ich auch gerne Modelliermasse, die im Backofen gehärtet werden muss.

Die Motive aus lufttrocknender Masse klebe ich einfach mit Serviettenkleber auf das Gefäß. Wenn ich ofenhärtende Masse benutze, nutze ich auch die speziell dafür vorgesehenen Kleber.

Am Ende muss das Ergebnis aushärten. Entweder an der Luft oder aber im Backofen. Letzteres ist natürlich auch nur dann möglich, wenn das Gefäß hitzebeständig ist.

Jetzt kommt Farbe drauf. Ich wähle weiß, weil ich weißen Shabby Chic liebe
Jetzt kommt Farbe drauf. Ich wähle weiß, weil ich weißen Shabby Chic liebe

Wenn die Formen gut ausgehärtet sind, wird die Oberfläche gestrichen. Sei da einfach kreativ. Du muss nicht das gesamte Gefäß streichen. Überlege gut, wie du es am Ende haben willst. Sei einfach kreativ.

Du siehst jetzt schon, wie die Falten der Serviette für eine lebendige Struktur sorgen. In die feuchte Farbe kannst du aber auch weitere Strukturen einarbeiten. Ich nutze dazu, was die Küche hergibt. Auf das große Gefäß habe ich Couscous gestreut. Dieses hier blieb ohne weitere Struktur. Geeignet ist auch Sand oder spezielle Strukturpaste.
Nach dem Trocknen streiche ich ein zweites Mal, damit die Farbe auch wirklich gut deckt. In diesem Fall habe ich einfach weiße Wandfarbe genommen. Auch da kannst du einfach kreativ sein. Es sind alle möglichen Farben nutzbar. Du kannst auch Acrylfarben nutzen oder einen Lack.
Und du kannst natürlich die Farbe nehmen, die dir am meisten zusagt. Ich habe weiß gewählt, weil ich den weißen Shabby Chic liebe und weil mein Wohnzimmer viel weiß und rosa enthält. Zudem bleibt das Gefäß bei mir nicht wirklich weiß. Es wird shabby...

Für den Shabby Chic und um die Strukturen gut zu betonen kommt eine kontrastierende  Farbe dazu
Für den Shabby Chic und um die Strukturen gut zu betonen kommt eine kontrastierende Farbe dazu

 

Die Gefäße sind an der Stelle oft einfach schon wunderschön und fertig.
Ich möchte das Ganze abrunden, indem ich eine Kontrastfarbe  nutze. In meinem Fall ist es Möbelwachs, das ich hier recht großzügig augetragen habe. Überschüssiges Wachs nehme ich danach aber mit einem weichen Tuch ab und achte darauf, dass die dunkle Farbe besonderes in den Tiefen bleibt, so dass alles schön plastisch aussieht.
Ich arbeite aber nicht nur mit Wachs. Ich nutze oft, was da ist. Ich bekomme aus Hobbyauflösungen oft Reste von Farben, die sonst im Müll landen würden. Diese verwende ich gerne für solche Upcycling-Projekte. 

Du kannst eigentlich jede Farbe nehmen und sie z.B. geziehlt mit einem Pinsel auftragen, um manche Stellen hervorzuheben.

Und jetzt musst du eigentlich nur noch ein passendes Plätzchen für dein neues Schmuckstück finden. Da ich Wandfarbe für den Anstrich genutzt habe, ist mein Gefäß am Ende noch mit einem Möbelwachs behandelt, das farblos mit einem leichten Perlmuttschimmer ist.

Prinzipiell ist es aber natürlich auch möglich, dass du dein Werkstück noch farblos lackierst. Auf jeden Fall sollte es am Ende noch präpariert werden, damit man es feucht abwischen kann, ohne die ganze Arbeit zunichte zu machen.

Und jetzt viel Spaß beim Nacharbeiten!

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