Facebookvolk ist bräsig

Ich mache Upcycling schon so lange, dass es das Wort noch gar nicht gab, als ich damit aktiv angefangen habe. Vor drei Jahren habe ich mir dann eine Facebook-Seite gegönnt. Eine tolle Seite mit all meinen Produkten, Ideen und Blogbeiträgen. Ich habe das auch weitergemacht, als ich gemerkt habe, dass das kein Schwein interessierst.

Und es war ja nicht so, dass der Algorhytmus von Facebook das den Leuten nicht gezeigt hat. Da stand oft unter den Beiträgen sowas wie "von 237 Personen gesehen". Aber fast nie hat jemand ein Like dagelassen. Keinen Kommentar. 237 Leute haben einfach weiter gescrollt.
Ich hatte dann eine Phase der Resignation. Ich dachte ernsthaft, dass mit meinen Produkten und Texten was nicht stimmt. Ich habe dann im Wahn tatsächlich irgendwann aus meinem Blog 87 Texte entfernt. Da gab es zwar Kommentare. Teilweise regelrechte Diskussionen. Aber weil auf Facebook all das ignoriert wurde, hatte ich das Gefühl, ich sollte einfach aufhören zu schreiben, weil das eh niemand lesen will. Ich bin schlecht in dem was ich tue. Das war tatsächlich eine zeitlang mein fixer Gedanke.

 

Zwischenzeitlich bekam ich dann mit, wie auf Facebook mit Menschen umgegangen wird, die etwas verkaufen wollen, was den Leuten nicht gefällt. Von "sieht scheisse aus", über "so einen Müll willst du verkaufen", bis hin zu "Dreck für 100 Euro" habe ich alles Mögliche gelesen. Als ob man nicht weiterscrollen könnte, wenn man etwas nicht kaufen will. Ich meine, wer geht schon in den Laden und sagt über einen Artikel "Dreck für 100 Euro"? Niemand. Einfach weil es unnötig ist und natürlich auch, weil man im Laden nicht anonym einen unbedarften Verkäufer ankotzt. Sowas geht nur im Internet. Obwohl es auch da völlig unnötig ist. Deshalb habe ich hier einen Text dazu geschrieben.

Wegen Corona kamen dann auch immer weniger Kunden zu mir, um Kaffee zu trinken und Ware anzusehen. Also entschied ich mich dazu, einen Shop im Internet zu eröffnen. Das Ganze hat sich ganz schön in die Länge gezogen, zumal ich auch einen Shop auf Instagram wollte. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe also eine gewerbliche Instagramseite eröffnet und war baff.

Wo ich in drei Jahren auf Facebook gerade mal auf 17 Likes gekommen bin, hatte ich unter meinem dritten Beitrag auf Insta schon 19 Likes. Es kamen Kommentare, es gab Diskussionen und es kamen die ersten Bestellungen.

 

Anfang Februar durfte ich auf meinem Insta-Account den 500. Follower begrüßen. 500 Follower in weniger als 7 Monaten! Und heute bin ich mir sicher: Ich bin gut in dem, was ich mache. Das Facebookvolk ist halt einfach nicht soweit. Es ist zu bräsig, zu verstockt und in Teilen einfach viel zu gehässig. Das hat auch ein Vorfall von gestern gezeigt. Da hat sich eine nette Grabenstätterin die Mühe gemacht, 12 Kommentare auf meiner Facebookseite zu hinterlassen.  Unter oben gezeigtem Kerzenständer schrieb sie z.B.: "Bo hey is des grausig und fir so an Mist mogst du a no a Geid? Scham de!"
Unter anderen Beiträgen behauptete sie, dass ich nur Mist verkaufe, dass alles beim Anschauen schon kaputt geht und dass es besser ist, wenn man von meinen Produkten die Finger lässt. Ich habe das alles dokumentiert. Fein säuberlich mit Screenshots. Zumal besagte Dame noch nie irgendwas bei mir gekauft hat, hat sie sich eigentlich mit solchen Aussagen eine Anzeige verdient. Wobei sie damit schon wieder mehr Aufmerksamkeit bekäme, als ihr zusteht.

Ich habe trotzdem jetzt alle Beiträge auf meiner Facebookseite gelöscht. Solange das Facebookvolk so drauf ist, bleibe ich lieber bei Insta.
Auf Insta sind die Leute
* offener
* sachlicher

* kommunikativer

* hilfsbereiter

Man unterstützt sich gegenseitig durch kostenlose Empfehlungen. Wenn ich länger nicht aktiv bin, schreiben mir Menschen und fragen, ob es mir gut geht. Das hat mich auf Facebook noch nie jemand gefragt. Wenn man da weg ist, ist man da weg. Und deshalb bin ich jetzt da weg!
Vielleicht bis irgendwann!
Wer mir auf Instgram folgen will: Ihr findet mich unter Wishful_Things_by_Cocorona! Ich freue mich da auf euch!

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Kommentare: 4
  • #1

    Anita (Sonntag, 20 Februar 2022 20:51)

    Ich hab einen Teil der gehässigen Kommentare gelesen. Warum tut man sowas? Ich bin froh bei dir Kundin zu sein, weil ich weiß, du gibst mit jedem Unikat dein Bestes. Weiter so, lass dich nicht unterkriegen.

  • #2

    Agnes Knaas (Sonntag, 20 Februar 2022 22:45)

    Kann mir schon vorstellen wer das war. Frechheit sowas. Alles was ich je bei dir gekauft hab ist seit Jahren schön und Liebe ich. Besonders den Mosaikspiegel. Nach vier Jahren lieb ich den wie am ersten Tag �. Das Promborium bis der bei mir war hat sich wirklich gelohnt.

  • #3

    Petra (Montag, 21 Februar 2022 01:26)

    Aus den von dir genannten Gründen hab ich auch meine Facebook Seite gelöscht. Traurige Gesellschaft!

  • #4

    Anna (Samstag, 07 Mai 2022 00:39)

    Und wie Bräutigam. Bin da auch weg.Aus Gründen...